Menu

Langsam ist das Geheimnis - Herbert Steffny "Laufend in Form"

Bopfingen, 27.04.2013: Das Forum Gesundheit von AOK, Schwäbischer Post und die Macher des Ostalb-Laufcups haben Herbert Steffny nach Bopfingen in die Schranne eingeladen. Oberbürgermeister Dr. Gunther Bühler der Stadt Bopfingen war gerade noch rechtzeitig in seinen schönen und vollbesetzten Schrannensaal geeilt, um die zahlreichen laufinteressierten Zuhörer von Herbert Steffny begrüßen zu können. Und bereits in den Begrüßungsworten von OB Buhler konnte man hohes Interesse am bekannten Sportler Steffny heraushören. Mit der großen Frage "Wie überwinde ich meinen "Schweinehund", dies sei ja oft das Thema schlechthin für uns Ausdauersportler, übergab der OB das Mikro an weitere Vorredner wie Jens Manz von der AOK und Ingo Glenk, den Hauptmacher des Ipf-Ries-Halbmarathons. 

Wer allerdings die Idee hatte, dass Steffny nach Bopfingen und vor allem zum Kapfenburger Panoramalauf kommen sollte, das war ein ganz anderer. Uwe Gebler, der Hauptinintiator des Kapfenburger Panoramalaufes lauschte den doch hochinteressanten Worten von Herbert Steffny bereits im September letzten Jahres in Reimlingen zu. Hier hatten die Wirtschaftsjunioren von Donauwörth und Nördlingen eingeladen. Der Vortag damals beeindruckte Gebler so sehr, dass er "hobbylauf.de" damals schon mitteilte, den holen wir nach Lauchheim! Und so ist es gekommen. Zusammen mit AOK dem Ostalb-Laufcup, zu dem ja auch der Kapfenburger Panoramalauf, wie auch der Ipf-Ries-Marathon gehören machten es schlussendlich möglich, diese Läuferpersönlichkeit in unsere Region zu bringen. 

"Alles richtig gemacht!" rief der sportive Altersklassenmann 60 zum Schluss in die Runde der wohl über 100 Zuhörer im Saal. Er (Herbert Steffny) sei gerade von einem Klassentreffen gekommen. Hier war das zentrale Thema "Übergewicht, Krankheit, Bluthochdruck, Rückenprobleme" uvm. Steffny und die vielen Ausdauersportler, die Jahrein- und aus unterwegs sind, kennen diese Probleme nicht! Sportler schauen "positiv in die Zukunft" - und er kann dies natürlich bei bester Gesundheit mit seinen 60 Jahren. Die 10000 Meter traut er sich heute noch um 36/37 Minuten zu! Eine Hausnummer, die heute im Hobbylaufbereich viele Läuferinnen und Läufer nicht erreichen können. Das spricht natürlich für den ehemaligen Profi und Bronzenmedaillengewinner. Als einziger westdeutscher Marathonläufer holte er eine Medaille bei großen internationalen Meisterschaften, als er in 2:11:30 h Dritter bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 1986 in Stuttgart wurde.

Doch zuvor gab Steffny ein umfassendes Informationspaket an uns Läuferinnen, Läufer und Sportler in Form eine Powerpointvortrages heraus.

Viel hörten wir über Trainingssteuerung, Anaerobe und Aerobe Schwelle, GA1, GA2, WSA-Tempo und alles was dazu gehört warf Steffny mit Spaß und guter Laune an die Wand. Eine Pulsuhr, sei ein wichtiges Utensil des Ausdauersportlers. Und trotz hochwertigster Trainingsmethodik, die wir Deutschen an den "Mann" legen, läuft uns die Welt davon! Es sei also nicht stets der Glaube ans Equipment, die Ausstattung, der "Firlefanz" bei den Auswertungen am PC mit Tabellen und Theorien, die sogenannte Nahrungsergänzung und der in Mode gekommene "Kompressions-Stütz-Strumpf", der uns schnell mache. Nein es ist oft was ganz anderes, was Menschen und Läufer zum Erfolg bringe. Das "Einfache" und vor allem das Lernen "auf seinen Körper" zu hören, sei viel "gscheiter" als sich mit unendlichen Theorien und Versprechen der Industrie auseinander zu setzen. Ein Apfelsaftschorle tut es auch, es muss nicht gleich der High-Tech-Trink sein. Und vor allem die Devise: "Langsam ist das Geheimnis" erstaunte doch vielen Zuhörer.  Denn die oft falsche Meinung um schneller werden zu wollen heißt: Qualität statt Quantität. Diese Aussage zerlegte Steffny gründlich, in dem er sagte: "Intensität steigern heißt nicht unbedingt Qualität steigern!" "Oft ist ganz langsam Qualität".

Und hier hatte er auch einige gute Beispiele auf Lager. Selbst die Top-Läufer in Kenia - oben auf der Hochebene von Eldoret laufen oft kilometerweis einfach nur langsam. Und wenn ein Weltklasseläufer wie Patrick Makau (Kenia) der den Marathon einem Kilometerschnitt von über 20km/h läuft in einer Zeit von 2min 55 sec. pro Kilometer, dann mag für einen solchen Weltklasseläufer einer 5.30er-Schnitt oder 6er-Schnitt wirklich Schneckentempo sein. Und genau hier liegt oft das Problem in vielen Lauftreffs, das viele Einheiten stets viel zu schnell gelaufen werden und daher auch dieses Training nicht optimal verläuft.

Man hätte noch Stunden lang zuhören können, doch nach Fragerunde und fast 3,5 Stunden Vortrag in Bopfingen waren sich alle Besucher einig. Der Vortrag war toll - und dass der Steffny einfach "normal" geblieben ist, einfach einer von uns, das hat vielen imponiert und sehr gut gefallen.  

Herbert Steffny - Laufend in Form